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REPORTAGE: ENDSTATION PROSTITUTION kirschi: 2004-04-29

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Junge Frauen aus dem Osten werden belogen und als Prostituierte in die EU verschleppt. Dort erwartet die oft noch Minderjährigen ein nur geringfügig gewaltloseres Leben.


Kürzlich befasste sich eine halbstündige Kurzreportage des deutschen Nachrichtensenders N-TV auf nachdenklich stimmende Art mit dem Problem Prostituierter aus dem Osten in Berlin. Die Menschenschicksale- festgehalten mit versteckter Kamera- der jungen Frauen, die meist von Russland, Ukraine oder einem anderen ehemaligen Ostblockstaat mit Aussichten auf einen ordentlichen Arbeitsplatz in die EU gelockt werden, schockieren nicht nur, sondern machen zutiefst betroffen.

In Boulevardzeitungen werden einschlägige Inserate geschaltet, um die Ware "Prostituierte" an die Kundschaft zu vermitteln. Dass gewisse Printmedien davon profitieren ist umso ungeheuerlicher angesichts der psychischen Leiden, welche zum Sex gezwungene junge Frauen erleiden müssen. Unerträglich ist auch, wie leicht es den Zuhältern gemacht wird, die sowohl den Großteil des Anteils an der oft absolut menschenverachtenden Arbeit ihrer Sexsklaven einkassieren, als auch die Hoffnung vollkommen zerstäuben.

18-jährige Prostituierte wissen nicht, wie sie sich aus den Händen ihrer Geißler befreien können. Ihnen wird gleich bei der Ankunft eingetrichtert, dass die Polizei in der EU so korrupt wie die Miliz in Russland sei, wo die Polizisten gemeinsames Geschäft mit den Zuhältern machen und sich jede Woche einige Frauen aussuchen können, welche sie dann in grausamer, perverser und an Folter grenzender Art misshandeln- wie eine der unzähligen Betroffenen, die aus dem Straßenstrich Moskaus stammt, erzählt.

Misshandlungen widerfahren den zur Prostitution Genötigten auch noch in ihren neuen Arbeitsländern. Die Ohnmacht, mit der die Exekutivkräfte sowie die Politik diesem gesellschaftlichen Problem begegnet, ist symptomatisch für ein halbherziges Engagement. Solange solche Reportagen über die triste Situation in einer so fortschrittlich gepredigte EU die Wahrheit zutage fördern, bleibt der soziale Fortschritt gegenüber Staaten wie der Türkei äußerst zweifelhaft!

Gastartikel von unserem Partnermagazin "net-thinkers" www.net-thinkers.de


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