JAM: Dezember 2003  
















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BUCHTIPP: DER WIEDERGEFUNDENE FREUND keyhole: 2003-10-12

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In diesem Roman wird deutlich, unter welchen Strapazen eine Freundschaft um 1933 leiden konnte und wie dramatisch diese enden konnte. Es werden Enttäuschungen und Verzweiflungen gezeigt und man wartet vergeblich auf eine Wende. Warum musste das passieren?


Hans Schwarz ist der Sohn eines Arztes und besucht das Karl-Alexander-Gymnasium in Stuttgart, Wittenbergs berühmteste Lateinschule. Der 16-jährige Jude hat nicht viele Freunde in seiner Klasse. Doch eines Tages klopfte es an die Tür des Klassenzimmers und Konradin von Hohenfels betrat das Klassenzimmer. Er wirkte viel erwachsener als die anderen alle.

"Er trug lange Hosen mit Bügelfalten, tadellos geschnitten, sichtlich nicht von der Stange gekauft wie unsere. Sein Anzug sah teuer aus, mit Fischgrätenmuster und höchstwahrscheinlich englischer Herkunft. Er trug ein blassgraues Hemd und einen dunkelblauen Binder mit kleinen weißen Tupfen-ein deutlicher Kontrast zu unseren schmutzigen und speckigen Krawattenstricken, falls wir nicht offenen Hemdkragen bevorzugten.

Obwohl wir jeden Ansatz zur Eleganz für weibisch hielten, blickten wir unwillkürlich voll Neid auf dieses Bild vornehmen Selbstbewusstseins."


Jeder in der Klasse riss sich darum, in der Pause mit diesem Jungen zusammenzustehen und einen alten Adelstitel in seinem Namen zu finden, der jedoch längst keine Bedeutung mehr hatte. Mit der Zeit war er den meisten Jungen jedoch doch zu sonderbar und es entwickelte sich eine sehr enge Freundschaft zwischen Hans Schwarz und Konradin von Hohenfels. Dabei waren Elternhaus und Herkunft vollkommen ohne Bedeutung. Die beiden verbrachten jede Minute miteinander und oft wurden sie von Hans' Mutter zum Nachmittagskaffee eingeladen. Doch Hans fand es mit der Zeit eigenartig, dass er nie zu Konradin eingeladen wurde. Immer wenn er ihn an seinem Gartentor verabschiedete, fiel die Tür sofort hinter ihm zu und nie konnte man Einblick nach drinnen bekommen. Einmal lud er ihn schließlich ein, doch Konradins Eltern lernte Hans dabei nicht kennen.

Als Hans seinen Freund im Theater traf, wurde er von ihm vollständig ignoriert- es lag ein Schatten über beider Freundschaft. Und bald erfährt Hans, dass Konradins Eltern Juden hassen...

"Der wiedergefundene Freund", Fred Uhlmann, Diogenes Verlag, 115 Seiten, 7,90 €


Gastartikel von unserem Partnermagazin "net-thinkers" www.net-thinkers.de


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