STUFF: September 2003  
















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GEDANKEN: 150L WASSER FüR DEN TOD EINES MENSCHEN? kirschi: 2003-07-12

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Wie viel Liter Wasser verbrauchst du wohl pro Tag? Sind es 50l? Oder etwa gar 80l? Es werden doch nicht 100l Wasser am Tag sein? Nein, denn der Durchschnittseuropäer verbraucht jeden Tag 150 Liter Wasser - das wären 150 Milchpackerln oder 75 herkömmliche Pet-Mineralwasserflaschen.


... Doch in vielen Staaten auf dieser Erde müssen die Menschen selbst heute - nach den engagierten und ausgedehnten Hilfsaktionen der Internationalen Staatengemeinschaft sowie privater Spendenorganisationen - noch ihr Wasser jeden Tag kilometerweit von einer Wasserstelle in ihr Heim tragen.

Die nicht gerade für Sparbewusstsein bekannten Nordamerikaner - also Kanada und USA - verbrauchen pro Person täglich 250 Liter Wasser. Demgegenüber stehen die Ärmsten der Welt mit einem Durchschnittsverbrauch von vergleichsweise lächerlichen drei Litern. Das ist 73 Mal weniger. Wie wäre es für uns, müssten wir mit drei Litern Wasser pro Tag auskommen?

Unser Körper wäre mit zwei Litern wohl bestens bedient, vorausgesetzt das Wasser ist frei von Chemikalien oder Krankheitserregern. Allein das ist schon ein Segen Gottes - über den Geschmack des Wassers darf man sich dann ja wohl wirklich nicht beschweren. Was aber ist mit der täglichen Reinigung unseres Körpers? Alltagshygiene wie Händewaschen beansprucht bei uns Europäern im Schnitt zehn Liter, Duschen und Baden gar 55 Liter Wasser. Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass selbst unsere Kleidung gereinigt werden muss: zusätzlich 25 Liter. Dasselbe gilt für Geschirr: plus 8l für einen Geschirrspüler. Das macht rund 98l - wir wollten jedoch mit drei auskommen!

Wo sparen wir also ein? Bei der Körperhygiene? Unvorstellbar - der Gestank unserer Mitmenschen würde uns todsicher dahinraffen. Die Dusche nur für fünf Sekunden aufdrehen? Ein Liter Wasser ist im Abfluss. Wäsche und Geschirr mit der Hand waschen? Wer hat dazu Zeit und Geist?

Du siehst - wir sind abhängig vom Wasser. Unsere ganze Gesellschaft würde zusammenbrechen. Dabei sind da noch nicht vier fürs Kochen, sieben fürs Putzen sowie 32 Liter für unsere Klospülung eingerechnet. Wer nimmt es in Kauf, dass unsere Exkremente in der Klomuschel herumschwimmen, unerträgliche Geruchsbelastung produzieren und möglicherweise sogar tödliche Krankheitserreger züchten? Über eine Milliarde Menschen in Südostasien, Afrika und Mittelamerika müssen das zulassen! Sie haben keine andere Möglichkeit als jeden Tag kilometerweit zu einer Wasserstätte zu pilgern um dort verseuchtes Wasser aufzunehmen.

Versetz dich mal in die Lage dieser Menschen! Da zählt nur mehr überleben. Besonders schlimm, wenn noch dazu das verlockende Nass gleich vor Ihnen in Form von salzigem Meerwasser ist. Oder würdest du etwa die braune Suppe aus dem Fluss nicht ertragen, wenn du kurz vor dem Verdursten bist? Dein Todesurteil wäre somit bereits besiegelt - ein tödlicher Krankheitserreger hat nur auf dich als neuen Wirt gewartet.

Wärst du unter diesen Umständen bereit, einen Menschen zu töten, nur um wenigstens die Hoffnung auf ein besseres Leben hegen zu können? Ich schon.


Engagierte Projekte zur Wassersicherung unterstützt etwa das Rote Kreuz:
http://www.icrc.org
UNESCO Jahr des Wassers 2003:
http://www.wateryear2003.org
Jahr des Wassers 2003, off. CH-Seite:
http://www.wasser2003.ch


Gastartikel von unserem Partnermagazin "net-thinkers" www.net-thinkers.de


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