JAM: April 2003  
















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Eure !MARCS Redaktion
BUCHTIPP: NEUES LESEFUTTER lookout: 2003-03-23

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Diesmal gibt es einen Mix aus Büchern, die teilweise neu auf dem Markt sind und für angenehme und unterhaltsame Lesestunden sorgen - also frisch und neu wie der Frühling!


Bill Bryson: "Streiflichter aus Amerika"
Goldmann Verlag, 345 Seiten, 9 €

"Bill Bryson ist der witzigste Reiseschriftsteller auf Erden!" zitiert die Times. Und damit hat sie nicht Unrecht. Nicht dass ihr denkt, es handle sich hierbei um einen normalen Reiseführer, wie ihn jeder kennt mit Sehenswürdigkeiten, Fakten und ein paar Bildern von einem bestimmten Urlaubsgebiet... Falsch! Bill Bryson will seinen Lesern das (un-)gewöhnliche Leben in den USA zeigen, die Freundlichkeit und Bequemlichkeit der Amerikaner, ihre Essgewohnheiten, ihre Liebe zum Auto, über den Alltag in einem amerikanischen Vorort, über Ärger mit Behörden, über Dinge, die ein Nicht-Amerikaner nie verstehen wird, ... . Hinzu kommt noch, dass der Autor einen so humorvollen und unterhaltsamen Schreibstil hat, dass die Lektüre des Buches ein echtes Leseerlebnis wird.
"Streiflichter aus Amerika" ist die USA für Anfänger und Fortgeschrittene, eine amüsante Reise durch den Wahnsinn des Alltags im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. ...

Noelle Chatelet: "Das Sonnenblumenmädchen"
Verlag Kiepenheuer & Witch, 173 Seiten, 7,90 €

"Das Sonnenblumenmädchen" ist die 6-jährige Mathilde, die mit ihrer Mutter und einer anderen Frau und deren Tochter Ferien in der Provence verbringt. Und diese Ferien im Süden Frankreichs sind für Mathilde womöglich die schönsten ihres Lebens. Nicht nur wegen dem tagtäglichen Sonnenschein, dem schönen großen Ferienhaus inmitten einer herrlichen Landschaft, den endlosen Sonnenblumenfeldern oder dem Zirpkonzert der Zikaden, die für unendliche Fröhlichkeit sorgen, nein, auch wegen dem Bauernkind Remi, der schon in die Schule geht und dem ein Zahn fehlt, was Mathilde so beeindruckt. Und inmitten dieses Paradieses verliebt sie sich zum ersten Mal...
Ein Buch zum Träumen, dass die Unbeschwertheit und Schönheit des Lebens aus der Sicht der kleinen Mathilde zeigt, eine wunderschöne Geschichte, die zeigt, dass das Glück oft zum Greifen nahe ist.

"Noelle Chatelet erzählt in ihren Büchern den wunderbaren Traum, dass ein einziger Blick von Mensch zu Mensch, das intuitive Jasagen zueinander das Leben verändern kann. Egal, wie alt der Mensch ist." Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt

Utta Danella: "Der blaue Vogel"
Heyne Verlag, 524 Seiten, ab 13 Jahren, 8,95 €

Die alte Familienchronik berichtet von einem blauen Vogel, der den Bewohnern des Gutes Breedenkamp einst Glück gebracht haben soll. Es ist aber schon lange her, dass er zuletzt gesehen wurde auf den Rapsfeldern, grünen Hügeln und Seen umgebenen Gut. Der alte Gutsherr Jon Kamphoven hat nicht nur seine Frau verloren, sondern auch seine drei Söhne. Ihm bleibt nicht viel Freude im Leben. Erst als er seine Enkelin Christine zu sich auf den Hof holt, ändern sich die Dinge für ihn. Er entdeckt, dass sie nicht nur seine Verbundenheit zu dem Land und den Tieren, vor allem den Pferden, teilt, sondern dass sie auch als einzige geeignet ist, das Gut später zu übernehmen. Doch auch als junge, hübsche Frau bleibt Christine verschlossen und in sich gekehrt. Aufgrund der traumatischen Ereignisse in ihrer Kindheit möchte sie von Nähe und Liebe nichts wissen. Erst einem völlig fremden soll es gelingen, Christine langsam und behutsam von dem Druck ihrer Vergangenheit zu befreien. Auch Christines Cousine Winnie, ein temperamentvolles, lebensfrohes Mädchen, bleibt von Problemen nicht verschont, findet aber immer wieder Schutz und Zuflucht in Breedenkamp. Neue Unruhen kündigen sich an, als ganz unerwartet Moira, Christines jüngere Halbschwester, auftaucht. Aber Moira ist anders als die anderen und erwidert Christines Zuneigung nicht. Sie ist von schwermütiger, leidenschaftlicher Natur und liebt eigentlich nur ihre Musik. Nach vielen ereignisvollen und schicksalsschweren Jahren entdeckt ein kleiner Junge ihn wieder den blauen Vogel. Werden nun endlich Frieden und Glück in Breedenkamp einkehren?

Genauso romantisch, spannend und schnulzig wie das lesenswerte Buch ist auch der Film, der vor einiger Zeit in der ARD zu sehen war. Besonders angetan war ich von der besonders guten Erzählweise der Autorin. Unbedingt lesen, sonst verpasst ihr was!

Irma Krauß: "Kurz vor morgen"
Beltz & Gelberg Verlag, ab 14 Jahren, 235 Seiten, 7,90 €

Die 16-jährige Senta hat einen 101-jährigen Urgroßvater, von dem sie nichts wusste, bis eine Klassenfahrt sie in dessen Heimatort führt. Dort besucht sie den greisen Mann, der im Dorf als verrückt gehalten wird und bei dem die Zeit nach dem Tod seiner Frau 1946 stehen geblieben zu sein scheint. Beide lernen sich nach und nach kennen, doch als der Tag der Abreise kommt, gibt es ein Problem: Senta kann sich nicht von ihrem Uropa trennen ...
Dieses Buch hat mich fasziniert, da spannend über das Zusammenlebe der Jahrhunderte erzählt wird, eine Art aufregende Zeitreise. Auch die anderen Bücher der Autorin wie "Rabentochter" sind lesenswert.

Gudrun Pausewang: "Roller und Rosenkranz"
Verlag Sauerländer, 219 Seiten, ab 12 Jahren, 15,80 €

Was soll Mimi nur machen? Jetzt hat sie ihre leiblichen Eltern bei einem Unfall verloren und hat keine Verwandten mehr außer ihrer Großmutter, die ihre letzte Hoffnung ist. Doch die alte Else Flieder will nichts von einer Enkelin wissen, kein Wunder bei der Spießigkeit. Doch die quirlige Mimi hält an ihrem Vorhaben fest und schafft es, das Herz der Großmutter zu gewinnen, die aber mit ihrem Laden voll heiligem Kram von einem anderen Stern zu sein scheint. Dabei könnte alles so schön sein mit dem Haus, der Umgebung und den vielen Leuten, die schon bald Mimis Freunde werden. Doch nach und nach verwandelt sich ihre Oma in eine ungewöhnliche alte Frau, die viele Überraschungen bringt, doch nicht nur sie! Ein temperamentvolles Buch!

Andreas Steinhöfel: "Die Mitte der Welt" - TIPP!
Fischer Taschenbuch Verlag, 459 Seiten, 8,90 €

"Ein ungewöhnlicher Wurf" schreibt Die ZEIT über den Roman und in der Tat ist es so: Ein Buch, weder Abenteuer- oder Realitybuch noch Liebes- oder Fantasyroman. Ein Buch, das man nirgendwo einordnen kann, ein Buch, das anders ist als sonstige Romane...Was Neues? Eigentlich auch wieder nicht. Dadurch wird es geradezu zum Genuss "Die Mitte der Welt" zu lesen. Obwohl das Buch weder besonders spannend noch aufregend geschrieben ist, könnte man es doch regelrecht verschlingen, denn auf jeder Seite, mit jedem Abschnitt, erfährt man etwas Neues aus dem nicht ganz normalen Leben des 17-jährigen Phil, der gerade dabei ist, seine Gegenwart und seine Vergangenheit, die tiefe Spuren und Erinnerungen an ihm hinterlassen haben, zu erkunden und wahrzunehmen. Mitdenken gilt hier nicht, man muss sich einfach dem Zauber des Romans ausliefern, man kann auch gar nicht anders.


Gastartikel von unserem Partnermagazin "net-thinkers" www.net-thinkers.de


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"Es wurde ein Strandbadnachmittag wie in Maries Kindheit. Sie lagen auf bunten Frottiertüchern abwechselnd in der prallen Sonne und im Schatten der noch zartgrünen Weide, schmierten sich die weißen Rücken länger als nötig mit Sonnencreme ein, aßen Nussgipfel vom Kiosk, tranken lauwarme Sinalcos und hörten mit halbgeschlossenen Augen dem Durcheinander der Stimmen und Kofferradios zu. Auf dem See zogen kleine Boote ihre Furchen und am Himmel kleine Flugzeuge ihre Kondensstreifen. "Woran denkst du?", fragte Marie."

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Drei Bücher, die ich euch für das Jahr 2004 empfehle: Über die Begegnung zweier junger Männer im Zug, über das Leben eines 16-jährigen im Knast und über das scheinbar Unmögliche, was Klonen betrifft... viel Spaß beim Schmökern!

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