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GEDANKEN: MENSCHEN UND MEDIEN IM KRIEG kirschi: 2003-03-21

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Obwohl wir zwar unsere Besorgnis über den Irakkrieg in Form von Demonstrationen ausdrücken, können wir wohl durch die Fernsehbilder kaum nachempfinden, wie sich die Menschen im von Gewehrfeuer und Marschflugkörpern umlagerten Bagdad fühlen.


Kaum hat der Abschuss der Tomahak-Marschflugkörper von den amerikanischen Flugzeugträgern aus dem persischen Golf begonnen, schon lieferten die Nachrichtensender die ersten Bilder des Angriffs gegen Saddam Hussein. CNN und FoxNews - der derzeit führende Nachrichtensender in den USA - präsentierten als erstes Bilder aus der Golfregion, deutsche Sender folgten mit Sondersendungen, in denen sie das Bildmaterial der US-amerikanischen TV-Stationen übernommen hatten.

Obgleich auf den mit Helligkeitsverstärkern erleuchteten Aufnahmen lediglich schwarze Pflöcke von Häusern und später sogar ein an berstende Flammen erinnerndes Flackern zu sehen war, besteht die Gefahr, dass diese Bilder psychische Narben in den Erinnerungen der Konsumenten hinterlassen. Vor allem wenn diese Live-Übertragungen ohne Kommentare - wie es am Donnerstagabend erfolgt ist - ausgestrahlt werden.

Dabei meine ich gar nicht die Interpretationen der Nachrichtenmoderatoren oder Kriegsexperten, was die aufflackernden Blitze bedeuten könnten, sondern was das für die Menschen dort wirklich bedeuten muss. Obwohl - wie an den Aufnahmen aus dem irakischen Informationszentrum zu erkennen - noch einige wenige Autos auf den Straßen Bagdads auszumachen waren und einmal sogar ein Mann vor der Kamera vorbeimarschierte, hat die übrige Bevölkerung wahrscheinlich eine riesengroße Angst vor den bevorstehenden Angriffen.

Das ununterbrochene Gewehrfeuer, welches den Himmel knatternd erhellt, das Zischen der Marschflugkörper, die nach - wenn sie nicht bereits vom Radar der Iraker erfasst worden sind - stundenlangem Flug ihr Ziel erreichen, das Einschlagen ebendieser und die Angst davor, sein Hab und Gut zu verlieren, verletzt oder gar getötet zu werden - unvorstellbar. Hinzu kommt noch die jahrelange Zermürbung durch das irakische Schreckensregime, welches den Menschen eingetrichtert hat, dass die USA die Bösen und Saddam der Gute, der Erlöser sei.

Kann man diese Menschen noch verurteilen, wenn sie die Alliierten Truppen nicht mit Freudenschreien begrüßen? Kann man von diesen Unterdrückten erwarten, dass sie sich gegen den Schlächter Saddam Hussein zu Wehr setzen, um die Invasoren zu unterstützen? Wohl nicht.

Eigentlich gibt es jetzt nur zwei Sorten von Menschen in den westlichen Staaten: Solche, die den Krieg unterstützen, um den Menschenrechtsverbrecher Saddam loszuwerden und solche, die Krieg als nicht angemessenes Mittel verstehen. Leider hat die Anzahl Kriegsbefürworter - die in Wahrheit wesentlich größer als in Umfragen ausgewiesen ist - vergessen, wie furchtbar Krieg wirklich ist. Viele mögen zwar in der Nachkriegszeit aufgewachsen sein und die - nicht zu unterschätzenden, ja gar katastrophalen - wirtschaftlichen Folgen der Nachkriegszeit erlebt haben, doch den Krieg selbst hat nur eine geringe Zahl an Menschen in Österreich miterlebt: Und die sind nun kaum mehr in der Lage, ihre Meinung zu äußern.


Gastartikel von unserem Partnermagazin "net-thinkers" www.net-thinkers.de


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