JAM: April 2003  
















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SERIE: ALTE GEMäUER mohan: 2003-02-26

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Dieses Mal habe ich ein Gebäude aus Frankenthal ausgewählt, die Reste der Stiftskirche Maria Magdalena.


Wer von euch schon einmal in Frankenthal war, hat sich vielleicht gewundert, was diese von alten Mauern umgebene Freifläche zwischen der protestantischen Zwölf-Apostel-Kirche und der katholischen Dreifaltigkeitskirche ist. Eine solche Freifläche innerhalb einer Stadt ist doch Luxus. Aber mit dieser Ruine hat es etwas besonderes auf sich, es ist das älteste in Frankenthal erhaltene Bauwerk, das einzige aus dem Mittelalter. Mit der Gründung des Augustinerchorherrenstifts durch den Wormser Adligen Erkenbert 1119 begann der Aufstieg Frankenthals. Nach ihrem Gründer werden die Reste der Kirche heute im Volksmund auch "Erkenbert-Ruine" genannt.

Viel ist nicht mehr übrig geblieben von dem für Frankenthal so wichtigen Chorherrenstift. Nur die Kirche hat in Resten überlebt. Erhalten sind die eindrucksvolle Westfassade der ehemals dreischiffigen, sechsjochigen und ungewölbten Pfeilerbasilika, die nördliche Seitenschiffswand, der spätgotische Lettner (Trennwand zwischen dem Raum der Laien und dem der Priester) und das Untergeschoß des Südturmes, das in den Bau der benachbarten Zwölf-Apostel-Kirche einbezogen wurde. Besonders das Eingangsportal ist sehenswert. Es ist ähnlich wie das Nordportal des Wormser Doms ein gutes Beispiel für spätromanische Baukunst. Zur Ruine wurde die Kirche nach der Zerstörung im Bauernkrieg 1525. Danach wurde sie nur notdürftig hergestellt und verfiel im Laufe der Zeit immer weiter. Im 19. Jahrhundert wurden die Reste der Ostteile abgerissen, um dem Bau der protestantischen Kirche Platz zu machen.

Bevor ich wieder zur Kirche zurückkomme, noch einige Worte zu denjenigen, die sie früher nutzten, die Augustinerchorherren. Sie waren weltliche Geistliche, die in einer Mönchsgemeinschaft lebten. Bei ihnen hatte allerdings die Aktivität Vorrang vor der inneren Einkehr. Sie sahen ihre Aufgabe eher in der Seelsorge, kümmerten sich um die Menschen, als dass sie sich in die Abgeschiedenheit zurückzogen. Neben vielen ihrer Chorherrenstiften wurden auch Krankenhäuser gegründet. Zurück zur Kirche, sie ist nicht nur ein altes Gemäuer, ein Museum. Sie bietet im Sommer einen Platz für kulturelle Aufführungen, Theater oder Konzerte, alles Open Air. Sonst ist die Kirche meist nicht zugänglich. Keine Sorge, ihr könnt auch so ins Innnere schauen, ist eh nicht viel drin zu sehen. Aber trotzdem ist das, was noch steht, sehenswert. Auch hinkommen ist kein Problem, ein Parkhaus ist direkt daneben.


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