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REPORTAGE: STADT DER FREUDE mohan: 2005-11-25

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Die alte Festungsstadt Mandu liegt auf einem freistehenden Plateau. Sie war einst prunkvolle Hauptstadt von Malwa. Das Reich ist verschwunden, nur noch verstreute Ruinen erinnern an die einstige Pracht. Trotzdem ist Mandu eine Reise wert. Nicht nur Liebhaber alter Steine kommen auf ihre Kosten, auch die Landschaft ist sehenswert.


Mandu liegt im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh auf einem Felsplateau. Die Stadt liegt etwas abseits der Touristenströme und ist somit noch nicht so überlaufen. Besonders lohnenswert ist ein Besuch nach dem Monsun. Dann verwandelt sich das Plateau in eine grüne Landschaft mit einigen Seen dazwischen. In diesen spiegeln sich die in der Nähe befindlichen Ruinen, was für den Fotografen dann besonders schöne Motive liefert. Da war es gut, dass die Deutsch-Indische Zusammenarbeit ihre Workcamps immer im Sommer plant. Somit kamen wir zum günstigsten Zeitpunkt nach Mandu. Wegen meines folgenreichen Tempelbesuchs in Bhojpur drei Tage zuvor (siehe "Ein folgenreicher Tempelbesuch" in der Septemberausgabe) erlief ich mir innerhalb von zwei Tagen fast die ganze Stadt in Begleitung von Bärbel. Zuviel Busfahren hätte mein Arm unnötig erschüttert (ich sage nur Schlaglochsuchpiste), was dem Heilungsprozess trotz Gips sicher nicht unbedingt zuträglich gewesen wäre. Aber zu Fuß ist ohnehin die beste Art, ein Land kennenzulernen. Bärbel und ich waren somit "auf Augenhöhe" mit den Menschen und wir konnten in aller Ruhe in den alten Ruinen und dem Dorf herumstöbern.

Einige meiner Eindrücke will ich nun hier schildern. Vorab will ich anmerken, dass wir uns einen recht umfangreichen Einblick verschaffen konnten, wir kamen immer wieder mit den Menschen in Kontakt. Ob das nun daran lag, dass zwei Europäer herumliefen oder an meiner doch ziemlich sichtbaren Verletzungen (damals sah man noch sehr deutlich meine Schürfwunden, auch im Gesicht). Wir wissen es nicht, ist aber eigentlich auch egal. Da ich in den zwei Tagen recht viel gesehen und erlebt habe, will ich hier nur einige wenige Eindrücke schildern. Alle Ruinen sind schöne Beispiele für persisch-afghanische Architektur in Indien.

Die ersten Ruinen auf unserem Weg waren verfallene Grabmäler. Da sie nicht zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählten, waren wir hier allein. In aller Ruhe stöberten wir in den alten Gemäuern herum. Neben einem Grabmal befand sich eine kleine Moschee. Hier stellten wir uns unter als es kurz regnete. Sehenswert war auch die Landschaft um sie herum, grüne Felder, Bäume und Sträucher. Das heutige Dorf Mandu wirkt sehr ländlich, bunt gestrichene meist einstöckige Häuser aus Stein säumen die Straßen. Auch wenn der Ort früher Hauptstadt eines muslimischen Reichs war, ist heute wenig Einfluss des Islam zu spüren (mit Ausnahme der Ruinen). So gibt es in dem Ort einen sehenswerten Jainatempel. Zu ihm gehört auch eine Religionsschule, die anschaulisch Religion und Lebensvorschriften erklärt. Davor war eine knallbunte Nachbildung des Mount Palitana in Gujarat. Auch ein alter Hindutempel ist in der Stadt. Zwei Priester saßen vor der Cella und nahmen die Opfergaben entgegen. Wie beim Jainatempel drang der Duft von Räucherkerzen an unsere Nase.

Das Zentrum des Orts wird von der riesigen Jami Masjid beherrscht. Vorbild für diese Moschee war die Mezquita in Cordoba. Gegenüber liegen die Reste des Asharfi Palace. Davor ist ein kleiner quirrliger Markt. Frauen in bunten Saris und Männer verkaufen allerlei Waren. An den meisten Ständen kann man etwas zu essen kaufen, verschiendste Früchte oder auch geröseter Mais. Ebenfalls in der Nähe sind einige Restaurants und kleine Supermärkte. In zweimal saßen Bärbel und ich in einem Restaurant und aßen eine Kleinigkeit. Dabei hatten sowohl wir als auch die Einheimischen ihre Sehenswürdigkeit. Wir ließen das Leben um uns herum auf uns wirken und die Inder betrachteten die Frau und den Mann mit dem Gips.

Natürlich haben wir uns auch die Sehenswürdigkeiten angeschaut. Das Wetter war anfangs nicht gerade das Beste. Wie schon so viele Tage auf unserer Reise regnete es mal wieder. Das waren zwar für die Kamera schöne Motive, aber für unsere Kleidung war dies nicht zu empfehlen. Aber es hörte glücklicherweise bald wieder damit auf. Einen Vorteil hatte das Wetter aber dennoch. Wir waren fast alleine in den Ruinen des königlichen Bezirks. Dessen Überreste sind sehr beeindruckend. Allein die Ausmaße des königlichen Bereich beindrucken. Besonders sehenwert sind das Jahaz Mahal und das Hindola Mahal. Der Rest vom Palast ist eine Ansammlung von Gemächern und Bädern, die meist teilweise verfallen waren. ABer sie ließen stellenweise noch ihre einstige Pracht erahnen. Eine andere Sehenswürdigkeit lag am anderen nde des Plateaus. Mittlerweile schien die Sonne, sie hatte sich durch die Wolken gekämpft. Dies hatte zur Folge, dass jetzt schon wesentlich mehr Touristen Mandu besichtigten. WIr waren jedoch die einzigen Europäer.

Der Roopmati's Pavilion ist ein ehemaliger Aussichtposten mit einem ausgezeichneten Blick auf die weite Ebene unterhalb des Hochplateaus. Dies ist ein beliebtes Ausflugsziel. Viele Menschen drängten sich hier oben. Besonders eng war der Aufstieg auf die Terasse. wo nur eine einzige enge Treppe für aufwärts und abwärts zur Verfügung steht. ABer mit indischer Gelassenheit klappt das offenbar.

Abends saßen Bärbel und ich in einer Imbissbude gegenüber unserer Hotelanlage. Wir saßen auf Plastikstühlen und tranken frisch gekochten starken schwarzen Tee. Der Busfahrer und sein Beifahrer leisteten uns Gesellschaft. An einem Abend kamen noch andere aus der Gruppe und gemeinsam sangen wir Lieder. Das recht lustig, die Familie des Inhabers freute sich und sie revanchierten sich ebenso wie der Busfahrer mit indischen Liedern. Musik als Völkerverständigung. Am anderen Abend spielten wir gemeinsam Karten. D.h. ich schaute zu, einarmig Karten spielen ist schwer möglich.

Jetzt gibte s mnoch etwas fürs Auge. Denn das lies ja bekanntlich mit:



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