STUFF: Dezember 2002  
















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GEDANKEN: EX UND HOPP ingeborg schäfer-siebert: 2002-11-19

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Gebrauchen, genießen, verbrauchen – und dann weg mit dem nicht mehr Benötigten, dem Unnützen, dem, was seinen Dienst getan und seine Zeit gehabt hat und nun altmodisch und überflüssig ist. Fort mit allem, was belastet und verstopft, was den Raum versperrt für Neues, Aktuelles! Also gründlich ausmisten und dann "hopp"!


In einer Ecke langweilen sich uralte Schulbücher und Aufsatzhefte. Nicht nur angenehme Erinnerungen. Weg damit! Aber dazwischen muss doch noch irgendwo das Foto sein von Jürgen und mir auf der Klassenfahrt. "Ex" ja, aber "hopp"? -
Und die Seminararbeiten vom Studium? Ich habe ja gar nicht mehr gewusst, was ich damals Vernünftiges und Kreatives gedacht und geschrieben habe. Respekt vor mir selbst! Wirklich jetzt "ex"? -
Lange Bücher- und noch längere Taschenbuchreihen oben in den Regalen stauben, wenn man sie herunterholt. Sie einfach wegzuwerfen, tut weh. Also aussortieren! Lange nach Mitternacht sitze ich mit schmerzendem Rücken noch immer auf dem Fußbänkchen inmitten von Buchtiteln, die plötzlich zu mir gesprochen haben. Ich habe mich festgelesen. "Ex"? Oder gar "hopp"? -

Wie sieht es bei den mehr materiellen Besitztümern aus, etwa im Kleiderschrank? Da ist ja manches "Ex". Aber "hopp" fiele wesentlich leichter, wenn jemand die Sachen noch brauchen könnte. Sonst ab in die nächste Kleidersammlung. Oder sind sie dafür doch noch zu schade? – Auch der Geschirrschrank ist zu voll. Die Schubladen mit Modeschmuck und Schals quellen über. In Küchenschränken stauen sich kaum benutzte Haushaltsgeräte. "Ex" wäre da dringend nötig. Und "hopp"? - Flohmärkte leben ja von derlei Dingen, die dann bei anderen Leuten Schränke und Schubladen füllen. –
Bei Papp-Bechern, Party-Tellern und Ähnlichem ist "ex und hopp" wohl angebracht, aber selbst da schiebt sich vor das schnelle "Hopp" der Gedanke an Umweltverschmutzung und Recycling. –

So einfach ist das mit "Ex und Hopp" also anscheinend nicht.

Und wenn es sich nicht um "tote" Gegenstände handelt, sondern um Lebendes, um Mitmenschen? Alte Menschen beispielsweise "haben ihre Zeit gehabt", sind manchmal mehr Belastung als von Nutzen. – ??? - Kranke oder Behinderte absorbieren Kräfte und Nerven ihrer Umgebung, Kräfte, die anderweitig gebraucht würden. – ??? -
Der Familienhund ist alt, unheilbar krank, hinkt, ist halb blind usw. - ??? -
Wenn sich Partner getrennt haben, füreinander also der oder die "Ex" sind, ist das "Hopp", der innere Ablöseprozess und das Fertigwerden mit der Enttäuschung, oft ein langer und qualvoller Weg mit vielen Rückschlägen. -
Bei alledem ist "Ex und Hopp" nun wirklich kein Thema.

Und wobei wäre es eines?
Wenn im Umgang mit nicht lebendigen Dingen Kopf und Herz vorgeschaltet sind. Aber dann ist es ja nicht mehr einfach "Ex und Hopp".


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