JAM: Dezember 2002  
















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REPORTAGE: REINIG, BRAUN & BöHM LIVE IN LANDAU mohan: 2002-11-16

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Lieder um die Pfalz wurden von Reinig, Braun & Böhm im Kreuz und Quer in Landau zum besten gegeben. Das war ein pfälzer "Heimatabend" jenseits von Weck Worscht un Woi mit der dazu passenden Folk(s)musik.


Sie werden so langsam zum Dauergast im !MARCS, Reinig, Braun & Böhm, letzte Ausgabe ein Interview, jetzt ein Livebericht. Aber sie sind einfach gut und richtige pfälzische Folk(s)musik gefällt mir gut und passt auch in ein Magazin aus der Pfalz. Außerdem spielen sie ja eher jenseits des Mainstream, was ebenfalls gut zum !MARCS passt.

Genug der Vorrede, jetzt komme ich endlich zum Konzert. Es fand am 8.11. im "Kreuz und Quer" in Landau statt. Dies ist eine nichtkommerzielle Kneipe, die von einem krichlichen Verein getragen wird. Alle Bedienungen arbeiten ehrenamtlich. In der Mitte der Kneipe war eine Bühne, davor Tische, an denen die Leute aßen und tranken. War irgendwie komisch, ein Konzert und die Leute sitzen und essen. Mir kam das Ganze dann vor, wie ein Restaurant, bei dem die Musik nicht vom Band, sondern eben von einer Liveband kam. Trotzdem kam richtig Stimmung auf und das Publikum applaudierte begeistert. Die Leute waren überwiegend im mittleren Alter, jüngere Leute waren eher selten.

Paul Reinig, Peter Braun und Rüdiger Böhm wurden an diesem Abend bei einigen Liedern von der Cellistin Charlotte Lettenbauer unterstützt. Sie spielten alle Lieder ihrer CD "Verzehl ma nix" und einige Lieder, die hoffentlich den Weg auf die nächste CD finden. Einige ihrer Lieder hatten einen aktuellen Bezug, z.B. "Brot der Heimat", das von einem jüdischen Emigranten geschrieben wurde (das Konzert fand am Vorabend der Reichsprogromnacht statt, an der der Terror gegen die Juden offen zu Tage trat), oder "Noch'm Kriech", in dem die Situation in der Nachkriegszeit beschrieben wurde (aktuell vor dem Hintergrund, dass gerade wieder mit einem Krieg geliebäugelt wird, zumindest von US-Präsident Bush).

Aber auch die heitere Seite kam nicht zu kurz, die Musiker spielten einige traditionelle Tänze, teils mit witzigen Texten. Auch ein Kinderlied fand Einzug in das Programm. Trotz der Selbsteinschätzung ihrer Musik ("Verzehl ma nix") spielten sie einen "klassischen Schenkelklopfer", aber eben nicht in der Klischeeversion, sondern ganz anders. Das bekannte Lied "De Pälzer Bu" wurde in der Version vorgetragen, in der es Valentin Pressler aus Hoscht (Hochstadt) gespielt hätte, wären seine Vorfahren nicht nach Amerika ausgewandert. Eine Anmerkung dazu, die Vorfahren von Elvis Presley sollen aus Hochstadt kommen. Gerade bei diesem Rock'n'Roll kam richtig Stimmung auf.

Reinig, Braun & Böhm schafften es ohne große Technik zu spielen. Die haben sie eigentlich auch nicht nötig, die Instrumente wie Gitarre, Klavier, Flöten, Harmonika waren ja auch so zu hören. Solltet ihr auch mal wissen wollen, wie "richtige" pfälzische Volksmusik sich anhört, dann geht einfach hin, wenn die drei in eurer Nähe spielen. Ein unterhaltsamer Abend mit Folk(s)musik ohne viel Technik wird euch geboten.

Hörbeispiel: Luscht uff dich / Schneetreiwe in HW / Dahnertal-Bourrèe


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