JAM: September 2002  
















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REPORTAGE: EUROPRIDE 2002 IN KöLN mohan: 2002-07-15

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Unter dem Motto "Köln feiert Vielfalt - Machen wir aus Europa einen Platz für uns alle" fand der diesjährige Europride in Köln statt. Einige Eindrücke vom Straßenfest und der Parade könnt ihr hier nachlesen.


Der Europride ist das größte Schwulen- und Lesbenfestival in Europa und fand dieses Jahr vom 15.6. bis 7.7. in Köln statt. Geboten wurde ein umfangreiches Programm. Ich selbst war am letzten Wochenende in Köln. Dort gab es das Straßenfest mit der der Pride Village in der historischen Altstadt mit zahlreichen Infoständen und zwei Bühnen. Den Abschluss bildete die große Parade, eine Mischung aus politischer Demonstration und Party.

Während des ganzen Europride war Köln mit zahlreichen Regenbogenfahnen, dem Symbol der Schwulen- und Lesbenbewegung geschmückt. So wehten an der Deutzer Brücke drei Wochen lang die Regenbogenfahne, am Domhotel war eine riesige 100 m breite Fahne aufgehängt. Auch viele Kneipen und Hotels waren ähnlich geschmückt. Auf vier Plätzen und den sie verbindenden Gassen der Altstadt fand das Straßenfest "Pride Village" statt. Dort stellten sich Vereine, Gruppierungen und kommerzielle Anbieter der lesbisch-schwulen Szene vor. Die Kleinkunst- und Politikbühne stand für den politischen Anspruch des Europride, die große Programmbühne, sowie die Tanzbühne in erster Linie für Show und Unterhaltung.

Es war brechend voll in den Gassen, auch viele Heteros schlenderten durch das Fest, die Kölner zeigten sich traditionell weltoffen ("Jede Jeck es anders" oder "Levve un levve losse"). Auf den ersten Blick waren Schwulen und Lesben nicht unbedingt zu erkennen, wären sie nicht z.B. hinter einem Infostand gestanden oder händchenhaltend gelaufen. Klar "Klischeschwule" in Leder oder Fummel habe ich auch gesehen, aber sie waren in der Minderheit.

Die CSD-Parade ist Köln drittgrößtes Event und zum Europride waren etwa eine Million Menschen da, die dem ca. dreistündigen Zug mit 150 Teilnehmern zuschaute. Die Abkürzung CSD heißt Christopher Street Day und erinnert an den ursprünglichen Anlass. Bei einer Razzia der Polizei in einer Schwulenbar 1969 in der New Yorker Christopher Street setzten sich die Schwulen und Lesben erstmals gegen die Polizeiwillkür mit häufig gewaltsamen Übergriffen zu Wehr. Zurück zur Parade, ich schaute sie mir vor dem Dom an. Es waren schon jede Menge Schaulustige gekommen, Schwule, Lesben (teils mit Regenbogenschmuck), ausländische Touristen, Rentner, Familien, Jugendliche.

Der Zug bestand wie schon erwähnt aus etwa 150 Teilnehmern, darunter zahlreiche schwule und Lesbische Vereine, Jugendgruppen, Clubs. Es waren aber auch Parteien oder Pfadfinder (DPSG) und KJG (Katholische Junge Gemeinde) vertreten. Viele politische Ausagen richteten sich gegen Stoiber und andere konservative Politiker. Es gab ein "Entstoiberungskommando", aber es wurde auch eine "Entmeisnerung" angeboten, in Anlehnung an den reaktionären Erzbischof von Köln Kardinal Meisner. Ein prominenter Teilnehmer des Zuges war Joy Fleming, die ja zusammen mit dem Gospelchor den Themensong des Europride "Don't you agree" singt. Sie sang zusammen mit eben jenem Chor Gospels und mehr. Musikalisch boten viele Wagen, Techno und ähnliches, es gab aber auch zwischendurch anderes, karnevalsähnliche Stimmungslieder, "normaler" Rock, kölsche Lieder von BAP (etwas Regionalpariotismus gehört in Köln dazu).

Soweit meine Eindrücke vom Europride. Es gäbe noch viel mehr zu erzählen (Straßenmusik auf dem Domplatz), doch das würde den Rahmen sprengen. Wer selber auch mal CSD Luft schnuppern will, der findet bei gay-web.de Informationen rund um den CSD, auch an welchen Orten es auch eine CSD Parade gibt.


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