JAM: Mai 2002  
















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REPORTAGE: BLOOD OR WHISKEY LIVE IN WEINHEIM mohan: 2002-04-05

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Die irische Gruppe Blood or Whiskey weilte in heimischen Gefilden zu einem Konzert in Weinheim. Und sie boten eine spritzige Show mit ihrem Folkpunk. Und was da so alles passierte, erfahrt ihr hier.


"Ja, das machen sie, "Folk like the Pogues". Und das sagen die Herren von Blood or Whiskey sogar selbst. Sehr gut finde ich das. Wir müssen also nicht melancholisches WischiWaschiFolkGedudel erwarten, sondern können uns auf einen Abend mit FolkPunk aus dem Mutterland einstellen. Ein Original. Sehr fein. Wir haben schon mal irisches Quellwasser für die mitgebrachten Whiskey-Highlights bestellt. Interesse?"

So wurde das Konzert von Blood or Whiskey am 4.4. im Café Central in Weinheim angekündigt und machte mich neugierig. Und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Das was die Jungs da spielten war gut, sehr gut. Ich würde es mal so umschreiben, irischer Folkpunk mit eingestreuten Oipunkelementen. Das ganze wurde mit einer unheimlichen Energie gespielt. Apropos gespielt, es gibt da ja so einen Spruch, dass gute Konzerte später anfangen. Aber Blood or Whiskey fingen eine ganze (!) Stunde später an.

Nun das gab mir Gelegenheit das anwesende Publikum zu studieren. Es war schon ein eigenartiges Völkchen, was sich da versammelt hatte. Vor dem Konzertsaal saßen einige Punks (auch solche mit einem Iro), drinnen waren welche, die ich eher in die Oi-Skin-Ecke einordnen würde (teils kurze Haare und Boots). Weiterhin gab es da typische JUZ'ler, Studenten und eben eher Normalos. Nur eins fehlte, die Masse. Denn es verirrten sich höchstens 50 Leute in dem Konzertraum. Dabei hat die Band durchaus größere Aufmerksamkeit verdient.

Es war schon interessant, welch unterschiedliche Leute die Band angezogen hatte. Auch die Musik vom Band, die das Warten auf das Konzert angenehm verkürzte war gemischt, hauptsächlich alte englische Punk und Modsachen, aber auch Irish Folk und Oimusik dazwischen.

Komme ich jetzt endlich zum Konzert. Wie gesagt Blood or Whiskey spielen Folkpunk, wobei live der Punk ein starkes Gewicht hatte. Die Songs wurden sehr druckvoll gespielt. Manche waren schon fast lupenreine Punknummern. Und dies obwohl die Band außer dem Bass keine elektrischen Instrumente spielte. Bei den Liedern waren auch einige traditionelle irische Lieder dazwischen.

Zwischendurch gab es einige Pannen. Beim Banjo riss eine Saite, trotzdem spielte der Rest weiter, während die Saite gewechselt wurde. Bei der Gitarre fiel der Verstärker aus und später riss eine Saite. Diese wurde aber nicht ausgetauscht, sondern der Gitarrist spielte auf fünf Saiten das Konzert zu Ende. Dies war nach etwa 90 Minuten, eine Zugabe gab es nicht, es kamen vom Publikum keine Rufe danach. Habe ich noch nie erlebt, seltsam. War die Band wirklich so schlecht?

Ich denke nicht. Das Publikum war ohnehin schon während des Konzerts eher zuückhaltend. Trotz der schwungvollen Musik starrten viele einfach nur bewegunglos auf die Bühne. Irgendwie eigenartig, auch sowas habe ich noch nie erlebt. Ich kann den Jungs von Blood or Whiskey nur wünschen, dass sie beim nächsten Mal ein besseres und größeres Publikum haben. Die Band hat es verdient. Sollte sie also wieder mal in unserer Nähe spielen und ihr auf Folkpunk stehen, geht hin, ihr werdet es nicht bereuen.

Hörprobe: paranoid state
Website www.bloodorwhiskey.com


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