JAM: Mai 2004  
















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REPORTAGE: REISEREPORTAGE KANADA & USA: DIE NIAGARAFäLLE eye-witness: 2004-03-20

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Ein weißer Nebelschleier umhüllt das grüne Hinweißschild, dem sich unser Minibus langsam nähert. Die ersten Buchstaben schimmern durch den milchig-trüben Wasserdampf: "N-I-A-G-A-R-A". Wir sind irgendwo auf dem Highway 62 im Nordosten der USA und fast an unserem Ziel: Den Niagarafällen.


Ich schließe meine Augen für einen kleinen Moment und träume wieder von einem unberührten Flecken Natur und dieser gewissen Urwaldstimmung, wie sie immer durch die prächtigen Farbfotos in Tourismusmagazinen und den Werbespots im Fernsehen vermittelt wird. Doch Pustekuchen: Mein Traum bleibt Vision. Die Niagarafälle sind nichts weiter als zwei von Dutzenden Hochhäusern umzingelte Kaskaden, die seit fast 100 Jahren für einen Millionenkommerz sorgen. Einige der Besucher aus aller Welt ärgern sich über die – wie sie finden – "total überteuerten Preise" für Parkplätze, Nahrungsmittel und Eintrittskarten. Aber auch die Landschaft selbst wird ausgebeutet: Tagsüber leiten die beiden Kraftwerke am Fuße der Fälle 50 Prozent des Flusswassers für die lokale Elektrizitätserzeugung ab; nachts ergießt sich sogar nur ein Viertel ins Tal.

Dennoch: Die Niagarafälle gehören zu den bekanntesten und spektakulärsten Naturwundern auf unserem Planeten. Abgesehen von den Bausünden vergangener Jahrzehnte, ist ihr Bild unbeschreiblich schön – insbesondere nach dem Einsetzen der Dämmerung, wenn die farbvolle Illumination beginnt, sind die Fälle ein echter Blickfang. Sie bestehen im Grunde genommen aus zwei verschiedenen Katarakten: den 49 Meter hohen "Canadian Falls", "Horseshoe" (Hufeisen) genannt, auf der kanadischen Seite des Flusses und den 51 Meter hohen "American Falls" auf der amerikanischen Seite. Wie ein riesiger Fels in der Brandung steht die kleine Insel "Goat Island" zwischen den Fällen. Die Oberkante des sichelförmigen kanadischen Wasserfalles ist etwa 790 Meter lang, die fast geradlinige Oberkante des amerikanischen Sturzes misst mit etwa 300 Metern weniger als die Hälfte. Mit unfassbarer Wucht knallt das Wasser auf die Felsen in der Klamm und lässt somit ein permanentes Donner-Geräusch ertönen.

Die Niagarafälle bildeten sich nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft vor etwa 12000 Jahren, als sich die Gletscher der letzten Eiszeit nach Norden zurückzogen. Die Folge war, dass das Wasser des Eriesees durch das Niagaragebirge floss. Seit dieser Zeit hat die Erosion den Wasserfall etwa elf Kilometer zurückverlegt, wodurch die berühmte Niagaraschlucht entstanden ist.

Zwei Nationen beanspruchen heute die Vermarktungsrechte der Fälle für sich: Die Vereinigten Staaten von Amerika und das nördlich gelegene Kanada. Auf beiden Seiten des gleichnamigen Grenzflusses befindet sich die Stadt Niagara Falls, eine in Kanadas Provinz Ontario und eine im US-Bundesstaat New York. Mit unzähligen Angeboten wird versucht, den Touristen die Dollar-Noten aus der Tasche zu locken – und nahezu alles ist möglich: Hubschrauber-Flüge, Aussichtstürme, Schifffahrten, ein Spaziergang durch Höhlengänge hinter oder unter den Fällen und jede Menge mehr wird von Firmen sowie den staatlichen Fremdenverkehrsämtern angepriesen. Zahlreiche Unterhaltungsangebote wie Theater, Einkaufszentren, Kasinos und Restaurants lassen vor allem im kanadischen Niagara Falls bestimmt keine Langeweile aufkommen.

Kurzum: Für diejenigen, die nach einem entspannenden Naturerlebnis suchen und gewaltige Menschenaufläufe scheuen, sind die Niagarafälle – egal ob in Kanada oder den benachbarten USA – nicht die richtige Adresse. Dann bleibt nur eines: Weiterträumen!

Mehr Informationen zu den Niagarafällen gibt es im Web unter: Tourism Niagara | Niagara NY



Gastartikel von unserem Partnermagazin "net-thinkers" www.net-thinkers.de


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