JAM: Oktober 2004  
















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REPORTAGE: HALLOMANIA II mohan: 2004-06-29

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Neuen Bands und eine Solokünstler traten bei der Halloania II am 26.6. in der Halle 101 in Speyer auf. Dieses Open-Air-Festival ist eine Möglichkeit für Bands, die in der Halle 101 proben, sich dem Publikum zu präsentieren.


"Stell dir vor es ist ein Open-Air und keiner geht hin." oder auch "Der Prophet gilt im eigenen Land nichts." Diese beiden Sprichworte passen gut zu dem mangelnden Besuch bei der Hallomania II. Eigentlich schade. Diejenigen, die nicht da waren, haben eindeutig etwas verpasst. Wie im Jahr zuvor auch organisierte der Rockmusikerverein Speyer für die Bands, die in der Halle 101 proben, dieses Open Air. Eigentlich eine gute Gelegenheit, einmal einen Überblick über die regionale Rockszene zu bekommen. Dementsprechend wurde auch ein breites Spektrum der Rockmusik von Hardrock über Punk bis zu unplugged geboten. Aber irgendwie scheinen regionale Bands nicht so auf das Interesse des Publikum zu stoßen. Da werden lieber Unsummen in "Superstars" aus Übersee ausgegeben, aber für Bands, die mindestens genauso gut sind, ist kein Geld da oder auch kein Interesse. Naja genug gejammert, jetzt wird es positiv. Das Konzert war gelungen.

Außer Bands, die in der Halle 101 proben, spielten noch zwei Teilnehmer vom diesjährigen Rockpreis, Daltones und D.U.M.B. 69 sowie als Spezial Gast aus der Speyerer Partnerstadt Ravenna, No-oN. Diese Gruppe trat schon letztes jahr bei Europe By Music II in Speyer auf. Als die Daltones als erste Band die Bühne betraten, war es noch recht leer vor der Bühne, etwa zwanzig Fans versammelten sich davor, unschwer als Punks und artverwandtes zu erkennen. Auch bei den nachfolgenden D.U.M.B. 69 waren sie noch vor der Bühne. Doch danach verließen die Meisten von Ihnen das Gelände. Sie hatten "ihre" Band gesehen, der Rest schien nicht interessant. Nun ja, seltsam so etwas, aber es kommt schon mal vor. Eigentlich hätte ihnen die Musik der Feebles, die als nächstes loslegten, sicher gefallen. Sie spielten ihren gewohnten punkigen Geradeausrock. Die Punks hatten wohl Angst, etwas neues kennenzulernen, sie bleiben lieber in ihren gewohnten Pfaden. Sind eben doch eher konservativ, oder wie es Konrad Adenauer gesagt hatte: "Bleiben wir dabei. Keine Experimente!"

Die nächsten Bands kamen aus der Hardrock/Heavy Metal Ecke. Zunächst spielten No Access vor fast nicht vorhandenen Zuschauern. Die meisten standen am Bierwagen oder saßen auf den Bierbänken im hinteren Bereich des Geländes. Auch Eclipse konnten nur wenige, insbesondere die mitgebrachten Fans vor die Bühne bringen. Der Sänger von Unlight, die nach Eclipse spielten, meinte zur Leere vor der Bühne nur: "Vielen Dank, dass ihr bei dem bisher wichtigsten Konzert in unserer Karriere da seid." Trotzdem ließen sich die eben genannten Bands nicht ihre Spielfreude verderben. Aber mit etwas mehr Publikum hätte es sicher mehr Spaß gemacht.

Zum Auftritt von Unplugged Brother, der auf einer akustischen Gitarre Rockklassiker zum Besten gab, war es vor der Bühne endlich voller. Dies kam so. Irgendjemand fing an, die Stehtische vor die Bühne zu tragen. Daher mussten die Menschen, die daran standen, wolten sie immer noch daran stehen, jetzt notgedrungen näher an die Bühne. Später folgten die Leute an den Biertischen und trugen die Bänke zur Bühne. Die vor der Bühne sitzende Menge erinnerte mich an Zeltlager. Dazu passte ganz gut die akustische Musik von der Gitaare. Hatte etwas liedermachermäßiges an sich.

Wider Erwarten wurde diese Konstellation auch weiterhin beibehalten. So hatten Happy Bone and The Plug mit ihrem Heavy Rock eine volle Fläche vor der Bühne. Nur dass die Leute sitzen blieben passte, nicht so ganz. Man hatte sich eben auch Lagerfeuerstimmung eingestellt, egal, was da gerade auf der Bühne abging. Dies war besonders beim nachfolgenden Flaming Star Orchestra verwunderlich. Die Kultband spielte einen ihrer seltenen Auftritte. Entsprechend wurde es jetzt vor der Bühne voll. Die Stehtische rückten bis ganz vor die Bühne. Es bot sich ein interessantes Bild. Auf der Bühne spielte die Band einen richtig abgehenden Abgehrock und das Publikum stand mehr oder weniger regungslos da. Am Schluss betraten No-oN die Bühne und legten mit ihrem Nu-Metal los. Vor der Bühne blieben die Leute und so spielten sie, die extra für die Hallomania aus Ravenna nach Speyer gekommen, vor "vollem" Haus.

Zusaamenfassend lässt sich festhalten, es war ein gelungenes Open Air fest, das belegt, dass die Speyerer Rockszene sich nicht hinter großen Metropolen verstecken braucht. Bleibt zu hoffen, dass dies irgendwann einmal auch die Menschen aus Speyer und Umgebung merken. Die nächste Möglichkeit, dies zu überprüfen, ist am 31. Juli. An diesem Tag spielen sechs Speyerer Bands im Rheinstadion in Speyer bei High Voltage: Daltones, D.U.M.B. 69, Broken Mirror, Hellwillies, Voltones und Meaning of Difference.


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