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KURZGESCHICHTE: DIE GOLDENE ERDNUSS volker: 2001-04-15

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In dieser Geschichte handelt es sich um einen Reporter, der von seiner Redaktion in die Wüste geschickt wird


Mein Name ist Jo; Jo Dee Foster. Ich sitze ganz gemütlich in meinem Büro und mische mir Zucker in meinen Tee. Es klopft: meine Sekretärin kommt ´rein und sagt: "Ähm, Scheff, da is n Anruf auf Leitung 2." Wer kann das nur sein? Ich nehme den Hörer ab und eine alte Damenstimme begrüßt mich und fragt, ob ich an einer Expedition in die Wüste von Nevada in den USA interressiert sei. Der Sinn dieser Reise sollte mir erst im Flieger erläutert werden. Die Bezahlung war gut, ... ich sagte zu. Am Flughafen angekommen werde ich schon von dem "Team" erwartet. Dann geht es ab in die Nevada-Wüste. Nach einem stundenlangen und ermüdenden Flug steigen wir aus und die einheimischen Führer erwarten uns schon: "Griasts eich; I bin der Winnetu und des is mein Kumpane Old Tschätterhänd. Mia san für die Fremdenführung zuständig" Hmm; das ganze kommt mir Spanisch vor. Na egal. Unsere Führer weisen uns Kamele zu und dann reiten wir auch schon los. Es ist affig heiß. Der Schweiß brennt in den Augen und die Sonne macht es einem gerade nicht leichter. Von diesem verdammten Kamel wird mir noch ganz schlecht. Hoffentlich sind wir bald da. Das Kamel stinkt wie das Parfüm "AXE Moschus". Die Caravane hält an. Ein Führer kommt auf uns zu und sagt: " So, jetzt mocha mia a kleine Pause." Der Andere kommt auf uns zugerannt und schreit: "Mei Winnetuh; do steht oana und der riat si net und deppat schaun duat e a no." "Ui, glaubst du, dass das ein Apache ist? Oder einer vom Silbersee, Ha?" "Na, des glab I ned" "Is es vielleicht eine Fatamorganah?" "Des wois I do ned, kimm jetzt!" "Jaja, I kimm glei" Was war das jetzt? Mal schaun, was da los ist. Die 2 irren Typen laufen zu einem Kerl, der ganz in schwarz gekleidet ist. Der spinnt doch. Und dann hat er noch diesen bescheuerten schwarzen Umhang und diese lustige Maske auf. Kein Wunder, dass er so schnauft. Was reden die da?Ich geh mal ein bischen näher hin. "Du; was machst du hier? Is dir net guat?" "Mei Old Schätterhänd, der redt ja goar nix. Und wie der schnauft" "Vielleicht klappts ja in einer anderen Sprache: Ähh; du Freund oder Feind?" "Mei, der riat sich immer no ned." "Jah, I woas jetzt a nimmer weida. Bock mas?" "Ja guat" "Un du kannst schaun wo du mit der bleedn Schnauferrei hikommst. Pfiat di!" Wir schwingen uns wieder auf unsere Kamele und reiten der gleißenden Sonne entgegen. Durch das ewige Hin -und Herschaukeln verliere ich jedliches Zeitgefühl. Irgendwann halten wir an einer kleinen Oase. Endlich Wasser! Schmeckt ein bischen Abgestanden. Nach dieser Erfrischung verkünden unsere Führer: "Mia san jetzt nimma weid weg. Bock mas widda!" Ich will nicht mehr. Mein Hintern fühlt sich wie nach einer tailändischen Massage an; Wund und Schmerzend. Was macht man nicht alles für Geld. Nach einigen Hin und Hers meines Kamels stoppen wir. Aber warum? Überall nur Sanddünen. Die Führer kamen auf uns zu, und sagten unserer Expeditionsleiterin, dass wir uns jetzt an dem auf der Karte eingezeichneten Punkt befinden. Wie von wilden Erbeeren verzaubert springt sie aus ihrem Sattel und beginnt wie eine Geistesgestörte im Sand zu graben. Auf einmal lässt sie einen Schrei los. Wir rennen sofort zu ihr; vielleicht wurde sie ja von einem Wüstenskorpion gestochen, oder von einem Wüstenhund markiert. Doch was müssen wir feststellen; ihr Fingernagel ist abgebrochen. Typisch Frau! Wir graben weiter und auf einmal stoßen wir auf einen harten Untergrund. Ich habe schon Angst, dass wir auf eine Pipe-Line gestoßen sind, aber das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Es ist ein Teil einer Tür. Wir räumen den restlichen Sand, der die Tür bedeckt hatte, aus dem Weg und stehen nun vor einem massiven Eisentor. Die alte Dame kramt in ihrer Handtasche herum und zieht einen Schlüssel hervor. Sie schließt uns das Tor auf und wir haben nun endlich die Gelegenheit, den sagenumwogenen Schatz zu bestaunen. Als wir eintreten knippst die Dame das Licht an. Ein Summen geht durch den Flur, indem wir stehen. Das Ganze hier sieht wie ein verlassener Stützpunkt aus dem 2. Weltkrieg aus. Vielleicht finden wir ja ein große Goldvorkommen . Der Anführerin hinterher standen wir bald vor einem Eingabepult. Unsere alte Dame steckt ihren Schlüsssel in diese Konsole. Ein Brummen und Schalten beginnt sich in dem Pult zu entwickeln. Nach erneutem Starten der Konsole kommt ein Eingabefeld heraus. Die Zeichen darauf gleichen unseren geometrischen Formen: Dreieck, Quader, Rechteck. Sie drückt eine wilde Reihenfolge der Symbole und auf einmal öffnet sich eine weitere Pforte und zum Vorschein kommt eine hellbeleuchtete Empore, auf der eine kleine Glaskuppe steht. Ihr Inhalt glitzert und schimmert zugleich. Wir treten näher an diese Darbietung heran, und sehen eine kleine Erdnuss aus Gold in der Kuppe auf einem Samtkissen. Das ist also die ganze Mühe wert gewesen? Das kann's doch nicht sein. Die alte Dame entnimmt der Kuppe die Erdnuss und sagt, dass wir jetzt nicht mehr viel Zeit haben. Ich kratze mich am Kopf und fragte mich, ob dieser Fund ihr nicht zu Kopf gestiegen ist. Doch dann auf einmal fing es an zu beben. Die Decke begann einzustürzen. Ich weiß nicht, was dieses goldene Ding für eine Funktion bzw. Bedeutung hat, aber das ist mir zu heiß. Ich verschwinde! Ich renne in Richtung Ausgang. Überall fallen Bauelemente von der Decke. Ich habe richtig Glück, dass mich kein einziges großes Teil trifft. Ich sehe den Ausgang schon. Das helle Tageslicht. Oh mein Gott, wenn ich das hier überstehe, dann stifte ich eine Kerze in einer Mosche. Endlich bin ich heil draußen. Uhh, das war vielleicht knapp. Hinter mir stürzt das Gebäude in sich zusammen. Die ganzen Leute unter dem Schutt begraben. Und das hier in der Wüste. Ich kann keine Hilfe holen; wir haben ja noch nicht einmal ein Funkgerät mitgenommen. Welch eine Tragödie. Ich kann es immernoch nicht fassen. Ich will hier weg. Einfach nur weg. Ich schwinge mich auf mein Kamel und reite los. Ich weiß nicht wohin. Ich hoffe nur, dass der Überlebenstrieb des Kamels genauso groß ist, wie meiner. Mir wird ganz schlecht. Ich glaube mir wird's schwarz vor Augen. Oh mein Gott; bloß nicht schlapp machen. Was ist los? Was ist passiert? Wo bin ich? Ich sehe mich um, aber ich kann nichts erkennen. Irgenwann einmal kommt jemand auf mich zu und fragt mich auf Englisch, wie es mir geht. Ich fühle mich sehr schlecht. Mein Kopf brummt, mein Rachen und Mund ist trocken, meine Lippen spröde und meine Hände kraftlos. Ich frage, wo ich bin. Als Antwort kam dann, dass ich inzwischen in Chicago, genauer im Chicago Hope bin. Ich sei in der Wüste von Nevada gefunden worden. Die Ärzte konnten mich noch gerade so vor dem Tod retten. Ich war stark ausgetrocknet, sagt der Arzt Dr. Aron Shut. Ich könne froh sein, dass man mich mit dem Kamel so schnell gefunden habe. Ich frage, was mit meinen anderen Expeditionsbegleitern geschehen sei. Als Antwort bekomme ich, dass ich der Einzige wäre, der gefunden worden ist. Puh; nochmal Schwein gehabt. Der Doktor sagt, dass ich in ein paar Tagen wieder nach Hause gehen kann. Das war vielleicht was. So was verrücktes! Bin gespannt, was als nächstes mir bevorsteht.


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