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AUSGABE: August 2005

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Rubrik: JAM

REPORTAGE: Die Sinalco Epoche - Essen, trinken, konsumieren nach 1945

Das Wien Museum zeigt in seiner aktuellen Sonderausstellung "Die Sinalco Epoche - Essen, trinken, konsumieren nach 1945" anschaulich die Entwicklung der Einkaufs- und Essenskultur auf. Viele Dinge, die heute für uns selbstverständlich sind, wurden damals erst eingeführt. Die Ausstellung bietet einen authentischen Einblick in den Alltag der Menschen nach dem Krieg.


Österreich feiert dieses Jahr 60 Jahre Kriegsende, 50 Jahre Staatsvertrag und 10 Jahre EU Beitritt. Im Rahmen dieses Jubiläumsjahres finden zahlreiche Veranstaltungen statt und Ausstellugen werden angeboten. Auch das Wien Museum reiht sich ein und präsentiert einen Einblick in den Alltag nach 1945. Für die Nachgeborenen wird anschaulich erklärt wie sich aus dem zerstörten Land mit Hunger und Mangel in zehn Jahren ein wohlhabendes Land mit Wirtschaftswunder entwickelt hat.

Im Mittelpunkt stehen Essen, Trinken und eben Einkaufen. Gerade hier haben sich die Gewohnheiten stark verändert. So wurden die ersten Selbstbedienungsläden und Supermärkte eröffnet. Damit wurde das Einkaufen einfacher. Auch zogen immer mehr Maschinen in der Küche ein und erleichterten die Hausarbeit. All dies wird mit Originalgeräten, Werbeplakaten, Werbespots und Zeitungsberichten erklärt.

Die Ausstellung ist so etwas wie ein anschaulicher Geschichtsunterricht. Im Mittelpunkt stehen hier allerdings nicht die "hohen Herren", sondern die einfachen Menschen und deren Alltag. das macht sie so reizvoll. Zahlen und Ereignisse aus der Nachkriegszeit kennen wir aus dem Geschichtsunterricht zu Genüge. Wie die Menschenlebten eigentlich nicht. Anhand von acht Bereichen wird dieser hier nun anschaulich gemacht.

Besonders interessant fand ich als Nachgeborenern die Entwicklung des Einkaufens. Zunächst gab es nur Einzelhandelgeschäfte ohne Selbstbedienung, heute gehören dagegen Supermärkte mit Selbstbedienung zum Alltag. Nach dem Krieg wurde erstmals ausländische Produkte auch für den Normalbürger erschwinglich. Vieles was uns heute selbstverständlich ist gab es 1945 noch nicht. Auch die Technik zog erst nach dem Krieg in die Küche ein.

Eine Küche, in der alles in Handarbeit erledigt wurde, heute kaum vorstellbar. Damals Alltag und besonders die Hausfrauen mussten schwer arbeiten. Männer hielten sich im privaten Bereich noch meist der Küche fern. Ihre Aufgabe war das Geld verdienen, Hausarbeit war Frauensache. Auch das ist heute anders. Eine Originalküche aus den Fünzigern zeigt den damaligen technischen Stand.

Das Wienmuseum macht mit seiner Ausstellung "Die Sinalco Epoche" die Aufbaujahre anschaulich. Wer jetzt noch Interesse hat, hinzugehen, die Ausstellung ist noch bis zum 25. September 2005 zu sehen. Weitere Infos findet ihr auf den Seiten des Wien Museums:

www.wienmuseum.at

Autor: mohan
Erstellt am: 2005-07-17



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